Der Höhepunkt 2025: Besuch bei den Pilatus Flugzeugwerken


Bereits zum dritten Mal organisierten wir eine Reise nach Stans, um den einzigen namhaften Flugzeughersteller der Schweiz zu besuchen. Die vielen positiven Veränderungen, die Pilatus in dieser Zeit gemacht hat, sind atemberaubend. Die erste Reise war am 29. April 1994, da chauffierte uns Urs Zimmerli mit seinem Oldtimer-Postauto nach Stans. 40 Teilnehmer (Auch Mitglieder der MG Strengelbach waren eingeladen) hatten bequem Platz. Zu jener Zeit erhielt die PC-12 gerade die Typenzulassung und die Serienproduktion lief an. Man sprach von etwa 440 Flugzeugen, die gebaut werden könnten. Viele Fachleute äusserten sich kritisch, da Pilatus mit grossen Aufträgen für die Trainingsflugzeuge PC-7, PC-9 und PC-21 ausgelastet sei. Aber der Erfolg der PC-12 stellte sich bald ein – und bei unserem kürzlichen Besuch waren bereits über 2500 gebaut!

Am 18. Juni 2012 war unsere Reisegruppe kleiner, 17 Mitglieder besuchten die schon viel grösser gewordene Pilatus und hofften, etwas vom damals viel genannten «Geheimprojekt» zu entdecken. Doch auch wir mussten bis am 1. August 2014 warten, bis der Roll-out der PC-24 das Geheimnis lüftete.

Am 19. November dieses Jahres reisten 28 Mitglieder und Angehörige nach Stans. Wieder waren Gerüchte über ein neues Projekt in der Luft – aber dementsprechende Fragen an unsere drei Pilatus-Begleiter wurden diplomatisch überhört. Es gab aber auch so sehr viel zu sehen in den alten und seit unserem letzten Besuch neu gebauten Hangars und Produktionshallen.

2500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter rund 100 Lehrlinge, sind für den Zusammenbau der vielfach in-house hergestellten Einzelteile verantwortlich. Pilatus hat eine grosse Kompetenz in Aluminiumstrukturen erreicht, aus Rohlingen werden durch Tiefziehen oder Fräsen hochpräzise Flugzeugteile hergestellt. Der «Abfall» - manchmal bis zu 90% des Rohlings – wird zusammengepresst und wiederverwertet. Die Teile kommen in ein neues Hochregallager und gelangen von dort zeitgerecht in die Produktion. Diese hat mich an Airbus erinnert, Rumpf neben Rumpf in verschiedenen Fertigungsstufen. Allerdings ist in Stans keine «moving line» eingerichtet, die Rümpfe bleiben an Ort, bis sie fertig sind und in die Endmontage gefahren werden. Dort findet die «Hochzeit» statt, das heisst, der Rumpf wird mit dem Flügel «verheiratet». Wenn auch das geschafft ist und die finale Qualitätskontrolle bestanden, nehmen sich zwei der dreissig Pilatus-Testpiloten des Flugzeuges an und fliegen es durch das Abnahmeprotokoll. Und die Pilotinnen und Piloten haben nicht schlecht zu tun, verlassen doch rund drei Flugzeuge pro Woche die Montagehallen. (Bei Airbus sind es 2,5 A320... pro Tag!).

Wir konnten vor dem Hangar noch einigen vom Flugprogramm zurückkehrenden PC-12 und einer PC-21 zuschauen, danach wurden noch die letzten Fragen an die sehr kompetenten Begleiter gerichtet.
Bei so viel geistiger Nahrung durfte die Leibliche nicht vergessen werden. Wir setzten uns im «Allmendhuisli» an die reservierten Tische und schlossen die sehr interessante Veranstaltung mit viel Diskutieren ab. Die Teilnehmer waren restlos begeistert vom Erlebten. 2026 sind alle Besichtigungen ausgebucht, wir müssen uns noch etwas gedulden für den Pilatus-Besuch Nummer vier...

Photos autorisiert von Pilatus